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Heute: 31.07.2010

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Donnerstag der 29. Oktober 2009

Stadtbild.Intervention 2009: „Pulheim gräbt“ nach Goldbarren in der Jakobstraße

Pulheim – 29.10.09 – Stadtbild.Intervention 2009: „Pulheim gräbt“ – Die Kulturabteilung ist immer wieder für Überraschungen gut, in Sachen „Kunst“. Zusammen mit dem neuen Bürgermeister, Frank Keppeler, dem auch für Kultur zuständigen Dezernenten, Florian Herpel und der Leiterin der Kulturabteilung, Angelika Schallenberg, präsentierte die Stadt Pulheim den Künstler Michael Sailstorfer - s. Foto -, der die Einladung für das Projekt „Stadtbild.Intervention“ in 2009 erhalten hat.

 

„Gold im Wert von 10.000 Euro“

 

Auf einem brach liegenden Fleckerl Brache in der Jakobstraße, nahe dem Hotel Ascari, hat der Berliner Künstler, der an sehr vielen Ausstellungen weltweit teilgenommen hat, auf knapp 100 Quadratmetern Gold im Wert von 10.000, - Euro vergraben; auf dem städtischen Grund sind am 13. August 2009 von Sailstorfer – von niemandem beobachtet - insgesamt 14 Barren à 10 Gramm und 14 Barren à 20 Gramm verbuddelt worden. Danach hat man die Fläche mit Samen der Senfpflanze eingesät, die jetzt, im Oktober, ausgewachsen sind und sich mit gelben Blüten präsentiert – siehe Foto! Ab sofort kann jeder Mensch sich auf die Suche nach dem Gold machen, und wenn ihm das Finderglück hold sein sollte, den „Schatz“ behalten – allen Ernstes – so bekräftigten es die Stadtoberen nochmals explizit. Der Senf soll das Finden des Goldes erschweren, da bei blanker Erde möglicherweise Spuren des Vergrabens zu erkennen gewesen wären.

 

Die Mittel für diese Aktion kommen zum großen Teil aus einem „Landestopf“, dem Ministerium für Bauern und Verkehr des Landes NRW, Landesinitiative StadtBauKultur.

 

„Kunst als Prozess“

 

Die künstlerischen Intentionen sind von Sailstorfer ganz bewusst eher vage vorgetragen worden: Er habe kein schlüssiges Konzept für diese Kunstaktion; vielmehr sei es doch spannend, was aus der Sache werde. Der Schüler des mit dem Synagogenprojekt 2009 beauftragten Olaf Metzel sieht dabei in den „Schatzsuchern“ defintiv nicht Künstler, sondern Menschen, die an einem „Prozess“ der Veränderung beteiligt sind. Aber, so fragt man sich, was ist an dem Prozess „Kunst“? Die Absicht des Künstlers besteht, so kann man schlussfolgern, auch darin, die Debatte darüber zu fördern. Nach aller Erfahrung über den sich immer weiter entwickelten Kunstbegriff könnte der Zeitgenosse zu der These kommen: „Je unverständlicher Kunst ist, desto aufregender, also interessanter ist sie!“. –

 

„Dokumentation im Januar 2010“

 

Die Aktion wird bis zum 17. Januar 2010 anhalten. Dann wird an diesem Tage eine Veröffentlichung vorgelegt, die den „Prozess des Suchens und Findens von Gold auf Pulheimer Grund“ als Projekt der Stadbild.Intervention 2009 ausführlich dokumentiert. Eine Maßnahme dafür, dass dieses aussagekräftig gelingt, ist die Tatsache, dass zwei Fotografen die suchenden bzw. grabenden Menschen rund um die Uhr im Bilde festhalten – natürlich ohne das wahre Gesicht der „Goldgräber“ zu zeigen. – Na dann: Viel Glück bei der Goldsuche auf dem Pulheimer Mini-„Yukon“. – Text/Foto: Dr. Ernst Hoplitschek

 

 

 

 



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